Einige Betrachtungen zur Lebenserwartung
Warum ist der Begriff Lebenserwartung missverständlich?
Zunächst muss man feststellen, dass die Lebenserwartung nicht berechnet, sondern nur geschätzt werden kann.
Üblicherweise gibt man die Ergebnisse in sog. Sterbetafeln an.
Hinzu kommt, dass sich die tatsächliche Lebenserwartung aus mehreren Gründen ständig ändert:
Hinzu kommt ein weiteres Phänomen:
Offenbar sind die Ergebnisse der statistischen Betrachtungen sehr von der Kalkulationsgrundlage abhängig.
So gibt es neben dem Statistischen Bundesamt weitere Quellen, deren Ergebnis abweichende Sterbetafeln
sind.
Sehr deutlich
wird der Unterschied, wenn man die Sterbetafeln der Versicherungswirtschaft
heranzieht. Dort wird regelmäßig von einer höheren Lebenserwartung ausgegangen.
Möglicherweise liegt dies daran, dass die Erhöhung der statistischen
Lebenswartung dort einkalkuliert wird, weil heute abgeschlossene
Versicherungsverträge auch in 30, 40 oder gar in 60 Jahren noch erfüllt werden
müssen.
Des weiteren ist für die Erstellung einer Versicherungs-Sterbetafel die
jeweilige Sparte (Todesfall-Absicherung, Renten-Absicherung) wichtig. Dies kann
soweit gehen, dass z.B. zwischen Rauchern und Nichtrauchern zu unterscheiden
ist.
Für Lebensversicherungen ist derzeit die Sterbetafel der Deutschen
Aktuarvereinigung DAV 2008T maßgeblich, für Renten- und Langlebigkeits-Risiken
(Kranken- und Pflege-Versicherung) gilt die DAV 2004R.
In der Anlage haben wir
Ihnen zwei verschiedene Sterbetafeln gegenübergestellt.
FAZIT?
Für den persönlichen Gebrauch sind derartige statistischen Angaben sicher von
geringer Bedeutung.
Das erreichbare Lebensalter ist nun mal nicht errechenbar, sondern kann nur
geschätzt werden.
Wie das der Bürger handhabt, sei ihm überlassen.
Mitunter werden die erreichten Lebensalter von Familienmitgliedern für eine
Betrachtung herangezogen. Die erreichten 99 Jahre eines ehemaligen Landwirts
sind eben nicht auf den Enkel mit seiner Schreibtischtätigkeit übertragbar.
Andere Menschen stellen daher gar nicht erst eine Berechnung an, weil sie
wissen, dass das nicht zum Ziel führt.
Einen konkreten Rat können wir Ihnen daher nicht geben.
Oder vielleicht doch?
Pfeifen Sie auf die Statistik und freuen Sie sich auf einen langen Ruhestand,
den Sie möglichst gesund und fit erleben können.