SENIORENRESIDENZEN - Möglichkeiten der Vorsorge

Die Pflege in einem "normalen" Pflegeheim ist extrem teuer. Hinzu kommt, dass mit der Einweisung in ein Pflegeheim ein harter Einschnitt in die bisherigen Lebensgewohnheiten vollzogen wird. Die Grenze zwischen Pflegebedürftigkeit und normalem Leben verläuft nun mal meist fließend, von wenigen Ausnahmen, wie einem Unfall, abgesehen. 

Eine völlig andere Ausrichtung haben sog. "Seniorenresidenzen", wo sich durchaus nicht nur Senioren einmieten. Hierbei handelt es sich ausdrücklich nicht um ein Pflegeheim, sondern um eine Form des altersgerechten Wohnens.

Eine Seniorenresidenz müssen Sie sich vorstellen wie ein Hotel. Es gibt eine Rezeption, in diesem Fall vielleicht relativ schlicht gehalten und von einem Hausmeister betreut. Des weiteren gibt es alle anderen Räumlichkeiten wie in einem "normalen" Hotel, vielleicht von der Nachtbar abgesehen:

Die Bewohner haben die Möglichkeit, sich in zweckmäßig möblierte Appartements einzumieten oder die Appartements leer anzumieten und liebgewonnene eigene Möbel mitzubringen. Alle Appartements enthalten standardisierte Nasszellen und eine Mini-Küchenzeile, die möblierten Appartements eine Wohnzimmerkombination mit Sitzecke, Schrankwand und Schreibtisch (natürlich mit Internet-Anschluss)  sowie eine Schlafnische mit Doppel- oder Einfachbett.

Die Bewohner haben die Möglichkeit, sich am gemeinschaftlichen Leben zu beteiligen, oder sich in ihr Appartement zurückzuziehen. Es gibt eine zentrale Essenversorgung, die wahlweise gebucht werden kann. Ebenso sind weitere Serviceeinrichtungen, wie z.B. eine Wäscherei und ein Reinigungsdienst, vorhanden. Die Reinigung der Appartements erfolgt durch die Bewohner selbst, kann aber kostengünstig an den Reinigungsdienst übertragen werden.

Die Bewohner haben alle Freiheiten im Objekt, selbst an der Pflege der Grünanlagen dürfen sie sich beteiligen, wenn sie es wollen. Das dürfte fast die Norm sein, denn der Tag ist lang.

Die Altersstruktur der Lang- und Kurzzeitmieter ist weitgefächert. Langzeitmieter werden wohl ab Alter 45 schon angetroffen, also z.B. in dem Fall, wo ein|e Alleinstehende|r feststellt, dass eine "normale" Wohnung oder gar ein eigenes Haus für ihn oder sie

Dann besteht die Möglichkeit, sich als Langzeitmieter einzumieten. Üblicherweise wird dies geschehen, wenn ein Ehepartner verstorben ist und die bisherige Wohnung zu groß, zu teuer... (siehe oben) geworden ist. Die älteren Herrschaften sind dann täglich unter Leuten und können ihr Leben aktiv gestalten.

Das Unternehmenskonzept der Seniorenresidenz sieht auch Kurzzeiteinmietungen vor, vom Monteur, der sich für einige Monate einmietet, bis hin zur Familie, die ihren Urlaub dort verbringen möchte. Insbesondere der behindertengerechte Bau könnte Urlauber anziehen, die an den Rollstuhl gebunden sind. Sind Appartements frei, gibt es keine "Altersbeschränkungen". Dieses Konzept fördert zugleich die wirtschaftliche Situation der Seniorenresidenz, als auch das Zusammenleben von jung und alt, gesund und behindert.

Betreut wird jede Seniorenresidenz nur von einem Hausmeister, der natürlich im Objekt wohnt und Ansprechpartner für alle Belange der Bewohner ist. Unterstützung könnte er von seiner Partnerin erhalten, die vielleicht die Imbiss- bzw. Essensversorgung für die Bewohner unter sich hat, natürlich als eigenständige Firma. Der Hausmeister hat einen Kleinbus zur Verfügung und kann so mögliche Wünsche der Bewohner nach Fahrten, z.B. zum nächsten Bahnhof oder Flughafen, erfüllen.

Damit ist schon gesagt: Die Bewohner sind aktiv! Sie sind nicht Sklave ihres Hauses oder ihrer Wohnung und haben alle Freiheiten für ein aktives Leben. Das preiswerte Appartement und die preisgünstige Lebensführung schaffen Raum und Möglichkeiten für neue Aktivitäten.

Und was ist mit der Pflege? Selbstverständlich können auch Pflegefälle in der Seniorenresidenz verbleiben bzw. neu aufgenommen werden. Die Seniorenresidenz ist dann deren Hauptwohnsitz und die Abrechnung erfolgt entsprechend der gesetzlichen Bestimmungen wie Pflege zu Hause. Da meist keine Angehörigen in der Nähe sind, erfolgt die Pflege möglicherweise durch einen ebenfalls eigenständigen Pflegedienst oder eine privat gebuchte Pflegekraft, die ihre Leistungen dann in Rechnung stellt. 

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